BERNHARD KARLSTETTER

B.K. :

Malerei ↔ Grafik ↔ Hörbilder [Ton- & Musikcollagen] ↔ … & Worte

 

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[2003]

Über Malerei

Meine Bilder entstehen über einen Zeitraum von drei Monaten bis zu einem Jahr. Das ist zum einen bedingt durch lange Trocknungszeit der Ölfarbe, zum andern auch gewollt, da ich mit keiner festgefügten Bildvorstellung male, die mich zum Ausmaler meiner »Farb-Ideen« machen würde.
Das Malen bei unterschiedlichen tages- und jahreszeitlichen Lichtverhältnissen fließt dabei bewußt mit in das Bild ein und führt dazu, daß ein Bild je nach Ausstellungsort und Licht andere Farbschichten zur Geltung bringt.
Keines meiner Bilder trägt einen Titel. Titel bei abstrakten Bildern lenken den Betrachter zu sehr auf die Suche nach einer Deckungsgleichheit von Titel und Bild und verengen dadurch die Wahrnehmung. Das Auge tritt gegenüber dem Denken in Worten in den Hintergrund, das Sehen wird zur Nebensache, die Interpretation zur Hauptsache - wir sind ohnehin verleitet zu glauben, Denken finde nur in Worten statt.
Meine Bilder lassen sich mit Instrumentalmusik vergleichen, mit dem Unterschied, daß man Musik nur vom Anfang zum Ende hören kann, während man bei einem Bild von jedem Punkt aus anfangen kann, es wahrzunehmen.
Wenn man sich den unterschiedlichsten Farbnuancen und Formen überlassen kann, wird man sich gleichsam wie an den Musikinstrumenten und ihren Klangfarben erfreuen, nicht nur an der Melodie, die sie spielen.

bilder können wie musik ohne ton sein
bilder können musik sein sind aber keine partituren
bilder sind lesbar nach allen richtungen
kennen keinen anfang und kein ende
bilder können erzeugen was musik nur umschreiben kann:
stille

zwischen den zeilen liest man was nicht geschrieben wurde
aus musik hört man heraus was nicht ans ohr gelangt
in einem bild sieht man was nicht gemalt wurde

worte lassen dich etwas sehen
musik nimmt dich mit
bilder lassen dich schauen

ein bild benötigt nur einen rahmen durch den es
wie durch eine türe in einen stillen raum führt
man kann darin wandern und bleibt an ort und stelle

[2015]

Über Hörbilder

Meine Hörbilder sind Kompositionen & Collagen aus Tönen, Geräuschen, Sprache und Musik.
Für die Hörbilder verwende ich von mir selbst aufgenommene Geräusche in 3D-Akustik (Kunstkopfstereophonie) und eigene Musik, die je nach zugrunde liegender Idee eine in sich geschlossene, ungewohnte und ungehörte Reise in die Umwelt des inneren und äußeren Hörens sind.
Kopfhörer sind für den besoneren Genuß der Räumlichkeit zu empfehlen

[1982]

Kontakt: imp/@/sasabo/./de